Veranstaltungs Information
| Musikalische Orgelfahrt (Ausverkauft) | |
| Beginnt um | 08.08.2010 - 13:00 |
| Endet um | 08.08.2010 - 18:30 |
| Link | |
| Anhang | |
DIE ORGELFAHRT IST AUSVERKAUFT!
„Königin der Instrumente“ werden Orgeln genannt und geben sich auch so in Größe und Klang. Dass man sich ihrer auch einmal im unmittelbaren Vergleich annehmen kann und unbedingt sollte, war die Grundidee von KMD Jens Petzl zur „Musikalischen Orgelfahrt“, wie sie nun erstmals am 8. August startet. Gemeinsam mit dem Mittelsächsischen Kultursommer wurde aus der Idee ein Konzept gestrickt, das in diesem Jahr vier Stationen in der näheren Umgebung zu bieten hat. „Warum sollen wir in die Ferne schweifen, wo doch schon die Region eine wahre Fundgrube an Kleinoden der Orgelbaukunst und der Kirchenarchitektur zu bieten hat“, fragte sich Petzl und stellte die Reiseroute zusammen, die an „seiner Kirche“, der Kunigundenkirche zu Rochlitz am Sonntag, dem 8. August, um 13 Uhr beginnt. Hier steigen die Schau- und Hörlustigen in einen Reisebus, um sich zunächst nach Schweikershain bringen zu lassen. Schon Schriftsteller Victor Hugo schrieb über Orgelmusik „Die Musik drückt aus, was nicht gesagt werden darf und worüber zu schweigen unmöglich ist“. Unter diesem Aspekt besichtigen die Gäste die Schweikershainer Kirche und die dort befindliche kleinste gebaute Silbermannorgel, die vermutlich kurz nach 1750 entstand, angeblich zunächst als Interimsorgel in der Hofkirche Dresden. 1759 gelangte sie als Geschenk des damaligen Patrons Richard oder Georg Reinhard von Wallwitz nach Schweikershain, wo sie auf der Chorempore aufgestellt wurde und noch heute erklingt. Nach rund 45 Minuten fachkundiger Führung und natürlich einem kurzen Konzert auf dem sagenhaften Instrument geht sie Fahrt weiter nach Rossau. Hier findet man zwar keine Orgel mit berühmtem Namen. Vielmehr zeichnet sich die Rossauer Orgel durch ihren einzigartigen Klang aus. Die Rossauer sind besonders stolz auf ihre Kirche, die bereits im 12./13. Jahrhundert als romantische Saalkirche errichtet wurde. Als Baumaterial verwendete man Granit, welcher vom Kirchberg entnommen und behauen wurde. 1529 entstand der gotische Turm als Dachreiter über dem Chor. Noch heute ist er in dieser typischen Form erhalten. 1660-70 baute man die Orgel, welche zu den ältesten in Sachsen gehört. „Es ist wirklich ein außergewöhnliches Instrument“, schwärmt Petzl. Seiner Meinung nach ist es vergleichbar mit der Orgel in Pommsen und wurde vermutlich von einem Döbelner Orgelbauer errichtet. Von Rossau geht die Fahrt weiter nach Mittweida. Gestärkt durch ein Kaffeegedeck (im Preis enthalten) haben nun die Reisenden die Möglichkeit, sich von der Perfektion des neuen, restaurierten Klang der Ladegast-Jehmlich-Orgel zu überzeugen. Ursprünglich entstammt die 1888 eingebaute Orgel den Handwerkskünsten des berühmten Orgelbauers Friedrich Ladegast. 1931 wurde sie von der Dresdener Orgelbaufirma Jehmlich auf nunmehr 3 Manuale und 72 Register erweitert. Im Jahr 2009 konnte eine mit der Orgelfirma Eule in Mittweida entwickelte Bypasstechnik eingebaut werden, durch die wieder alle, mehr als 5000 Pfeifen fehlerfrei zu spielen sind. Die Orgel zählt zu den bedeutenden Orgeln Sachsens.
Als letzte Station im Jahr 2010 ist die Orgel in der Kirche zu Wiederau vorgesehen. Hier gilt es, dem Klang einer Kreuzbachorgel nachzuspüren. Das heutige Kirchengebäude ruht auf Fragmenten der ersten, vermutlich auf Veranlassung des Klosters Zschillen errichteten Missionskirche. Die ursprüngliche Größe ist nicht mehr nachvollziehbar, jedoch blieben Teile des Mauerwerks von Turm und Chor erhalten. 1850 wurde die Kirche zu ihrer jetzigen Form und Größe ungebaut und erhielt ein Jahr später ihre noch heute erklingende Orgel vom Bornaer Orgelbauer Kreuzbach.
In allen Kirchen bekommen die Reisenden neben einer Kirchführung auch Einblicke „hinter die Orgel“. Es werden Unterschiede und Details erläutert, wobei Klangproben, passend zum jeweiligen Instrument nicht zu kurz kommen. Ausführende werden hierbei der Geithainer Kantor Janko Bellmann, der KMD i. R. Eckhard Zuckerriedel aus Mittweida sowie KMD Jens Petzl aus Rochlitz sein. In Wiederau erwartet die Interessierten noch eine besondere Überraschung: Hier spielt Henning Wagner, ein Musiker, der zwar in der Region geboren wurde und aufgewachsen ist, aber heut in Südafrika lebt und dort ein begehrter Orgelmusiker ist. „Er ist zu dieser Zeit auf Heimatbesuch und für uns ein besonderes Erlebnis, dass wir ihn spielen hören können“, so Petzl.
Wenn dann die Orgelfahrt gegen 18.30 Uhr wieder in Rochlitz eintrifft, werden sich die Reisenden sicher einig sein: Orgeln spielen zur Ehre Gottes und zur Erbauung der Gemeinde.
Ob es sich bei der Fahrt um ein einmaliges Erlebnis handelt, ist vom Zuspruch der Interessenten abhängig. „Denn“, so Petzl, „es gibt noch viele Orgeln in der Region zu entdecken“.
Restkarten gibt es nur im Vorverkauf im ev.-luth. Pfarramt Rochlitz unter 03737/42524 oder beim Mittelsächsischen Kultursommer unter 037207/651270 zu erwerben.
Die Fahrt dauert bis etwa 18.30 Uhr und kostet pro Person inclusive Kaffeegedeck 12 Euro.
Die Fahrt dauert bis etwa 18.30 Uhr und kostet pro Person inclusive Kaffeegedeck 12 Euro.
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Veranstaltungen
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